Mobilität in der Region München

Bernhard Roos

Mobilität in der Region München war das Thema der Veranstaltung am 22.01.2018, zu der die Ortsvereine Oberhaching und Unterhaching eingeladen hatten.

Bernhard Roos, Landtagsabgeordneter und Verkehrspolitischer Sprecher er SPD Landtagsfraktion, war aus Passau angereist, um mit den Gästen über dieses umfangreiche Thema zu diskutieren.

Am besten wäre natürlich der Verkehr der gar nicht erst entsteht. Individualverkehr sollte reduziert werden und Logistikzentren für die boomende Bestellkultur sollten nur punktuell entstehen anstatt überall auf der „grünen Wiese“. Fakt ist, dass das Bruttoinlandsprodukt jährlich um ca. 1,5 % steigt, der Verkehr aber um 7,5 % wächst.

Die finanziellen Mittel, die von Bund und Ländern aufgewendet werden, um den steigenden Verkehr zu bewältigen, stehen jedoch in keinem Verhältnis dazu. Der Bund „verteilt“ jährlich ca. 330 Mio.€ an Zuschüssen für Verkehrsprojekte (ÖPNV?), alleine die 2. Stammstrecke wird aber 3,8 Mrd.€ verschlingen. Von den finanziellen Mitteln, die für die längst überfällige Elektrifizierung vieler Bahnstrecken benötigt wird, ganz zu schweigen.

Während Österreich bereits Teilstrecken des Brenner Basis Tunnels fertig gestellt hat, ist man in Bayern noch nicht mal bei konkreten Planungen angekommen. Statt dessen wurde im Bund eine Legislaturperiode lang über die PKW Maut diskutiert.

Die MVV Strukturreform wird sich als „Reförmchen“ entpuppen, das nur wenige Nutzer des ÖPNV entlastet, wohl aber nicht wesentlich übersichtlicher wird. Eine kostengünstige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, der dann naturgemäß nicht kostendeckend sein wird, ist nicht angedacht.

Daneben unterliegen viele Vorschriften des Lärmschutzes Bundesgesetzen, die leider nicht einfach nach Bedarf den Bedürfnissen der Kommunen angepasst werden können.

Als Fazit des Abends lässt sich festhalten, dass sich eine Verbesserung der Situation für alle Regionen Bayerns nur unter Einsatz massiver finanzieller Mittel des Freistaats herstellen lässt. Hier noch zum Vergleich: In Deutschland werden 64€ pro Einwohner und Jahr in das Schienennetz investiert, in der Schweiz 378 € und in Österreich immerhin 250 €.

Festhalten lässt sich auch, dass Elektrifizierung und E-Mobilität nur mit Strom zu bekommen sind. Strom der aus dem Norden der Republik möglichst schnell und kostengünstig in den Süden transportiert werden muss. Sollte man hier nicht schnell zu einer Lösung kommen, steht ein neues Problem schon vor der Tür.