Tempo 30 – Wunsch oder Wirklichkeit?

Tempo 30 – Ist dies überhaupt noch ein Thema für Oberhaching? Bis auf wenige Gemeindegebiete, die noch heute dringend auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung warten, gilt doch für einen Großteil der Gemeinde bereits heute Tempo 30. Ja, aber seien wir ehrlich: Selbst dort ist Tempo 30 mehr Wunsch als Wirklichkeit!

Aber wir sollten nicht vergessen: Tempo 30 kann Leben retten! Der Bremsweg verdoppelt sich von ca. 13 m auf ca. 28m, wenn statt 30 km/h 50 km/h gefahren werden.
Insbesondere schwächere Verkehrsteilnehmer, wie unsere Kinder und unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, werden durch die Geschwindigkeitsbegrenzung geschützt. Aber selbstverständlich nur, wenn diese nicht ausschließlich eine Bitte an die Autofahrer ist, sondern von der Gemeinde auch ernsthaft durchgesetzt wird. Ein Verkehrszeichen allein verhindert noch keine Unfälle.

Deshalb sollte Oberhaching hier Konsequenz zeigen. An sensiblen, besonders gefahrträchtigen Stellen muss die Begrenzung auf Tempo 30 durch eine Geschwindigkeitsüberwachung kontrolliert werden – und eine Überschreitung muss für den Autofahrer im Zweifel auch spürbar sein.

Nur so kann eine tatsächliche Verhaltensänderung erreicht werden. Bloße Hinweise zeigen seit Jahren kaum Wirkung. „Ist das nicht Abzocke durch die Gemeinde?“ fragen sich jetzt sicherlich einige. Ich denke nicht: Der Schutz vor Unfällen auf unseren Straßen, sollte uns das wert sein.

Als Anwohner muss uns die höhere Verkehrssicherheit und die geringere Lärm- und Abgasbelastung besonders am Herzen liegen. Wir akzeptieren seit Jahren die Überwachung des Parkraums in der Bahnhofsstraße und am Kirchplatz. Wer hier länger als zwei Stunden einen ordnungsgemäßen Parkplatz belegt, kann mit einem Strafzettel rechnen – ohne dabei irgendjemanden gefährdet zu haben. Wer hingegen wie ein Verrückter durch den Ort brettert und Unfälle in Kauf nimmt, darf mit Verständnis rechnen? Hier stimmt doch etwas nicht!

Deshalb muss die Einhaltung von Tempo 30 an sensiblen Stellen im Ort überwacht werden.

Martina Faltermeier