Der Bahnhof Deisenhofen als Bürgerbegegnungsstätte

Stellen Sie sich vor: Sie sind in einem Verein und möchten eine Weihnachtsfeier organisieren. Oder Sie planen eine Veranstaltung, mit der Sie aber den Forstner-Saal vermutlich nicht füllen können. Wo gehen Sie hin? Wo planen Sie die Mitgliederversammlung? Können Sie Ihre Veranstaltung überhaupt stattfinden lassen?

Diese Fragen stellen sich Vereine in Oberhaching in den letzten Jahren immer häufiger. Die Räumlichkeiten in der Gastronomie waren schon immer spärlich und sind in den letzten Jahren noch weniger geworden. So wird es immer schwieriger, kulturelles Leben in Oberhaching zu gestalten. Einige Vereine sind deshalb mit ihren Veranstaltungen schon in andere Orte ausgewichen. Dies kann nicht in unserem Interesse liegen.

Vereine, Bürgerinitiativen und kulturelle Veranstalter brauchen zum Gestalten eines aktiven und gemeinsamen Miteinanders Räumlichkeiten in unterschiedlichen Größen und zu unterschiedlichen Zwecken. Solche Räumlichkeiten müssen in einer Gemeinde in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Nur so kann das Gemeindeleben vielfältig und lebendig gestaltet werden - und die Entwicklung Oberhachings zu einer bloßen „Schlafstadt“ der Metropole München verhindert werden.

Bahnhof Deisenhofen

Das Bahnhofsgebäude eignet sich zu diesem Zweck besonders gut, da es nicht nur ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung stellen kann, sondern auch verkehrsgünstig liegt und für fast alle Bürgerinnen und Bürger mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar ist.

Leider soll nach den derzeitigen Plänen der Gemeinde nur ein Teil des Bahnhofsgebäudes als Bürgerbegegnungsstätte mit Gastronomie genutzt werden. Das fehlende Angebot an geeigneten Räumlichkeiten wird so nicht gedeckt werden können. Die Gemeinde sollte daher die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, das gesamte Gebäude, den Bedürfnissen der Bürger zu Verfügung stellen. Der Bedarf ist bereits jetzt vorhanden. Handeln wir jetzt nicht entschlossen, werden wir in Zukunft für diesen Bedarf kostspielige Neubauten errichten müssen, die zudem weniger Atmosphäre haben als das historische Bahnhofsgebäude.
Deshalb müssen wir vorausschauend und kostensparend die derzeit vorhandenen Ausbaumöglichkeiten zur Bürgerbegegnungsstätte im Bahnhof Deisenhofen nutzen.

Martina Faltermeier